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Camino del Norte: Das sind die härtesten Etappen

Der Camino del Norte gehört zu den landschaftlich schönsten Jakobswegen Spaniens – aber auch zu den anspruchsvollsten. Steile Anstiege, lange Tagesetappen, häufige Höhenmeter und das wechselhafte Wetter an der Atlantikküste machen einige Abschnitte besonders fordernd. Wer die Route gut plant, kann viele dieser Schwierigkeiten jedoch deutlich besser bewältigen.

Der Camino del Norte beginnt in Irún und folgt über weite Strecken der spanischen Nordküste bis nach Galicien. Dabei führt er durch das Baskenland, Kantabrien und Asturien, bevor er bei Ribadeo ins Landesinnere abbiegt und schließlich nach Santiago de Compostela weiterführt.

Gerade der erste Teil der Route wird von vielen Pilgern unterschätzt.

Die Nähe zum Meer lässt vermuten, dass es sich um einen relativ flachen Küstenweg handelt. Doch besonders im Baskenland wechseln sich Anstiege und Abstiege ständig ab. Offizielle Informationen zum Camino del Norte beschreiben den Abschnitt durch das Landesinnere von Bizkaia ausdrücklich als einen der unwegsamsten und anspruchsvollsten Teile der gesamten Route.

Welche Etappen verlangen besonders viel Kraft?

1. Irún – San Sebastián

Für viele Pilger ist bereits die erste Etappe eine klare Ansage.

Der Start in Irún führt über hügeliges Gelände in Richtung Hondarribia und weiter durch die Landschaft rund um den Monte Jaizkibel, bevor San Sebastián erreicht wird.

Die Strecke ist landschaftlich spektakulär, aber gerade am ersten Pilgertag können die Höhenmeter überraschen.

Viele starten mit einem zu schweren Rucksack und noch ohne eingewöhnte Beine. Dadurch fühlt sich diese Etappe oft härter an, als es die reine Kilometerzahl vermuten lässt.

Wer gerade erst auf dem Camino ankommt, sollte hier nicht versuchen, Zeit zu gewinnen.

Langsam gehen, regelmäßig trinken und den Rhythmus finden ist wichtiger als Geschwindigkeit.

2. San Sebastián – Zarautz

Auch die zweite Etappe bleibt anspruchsvoll.

Zwischen San Sebastián und Zarautz wechseln Küstenblicke, Waldwege und Höhenmeter ständig miteinander.

Das Schöne an diesem Abschnitt ist gleichzeitig seine Schwierigkeit: Man wandert nicht einfach flach am Meer entlang, sondern steigt immer wieder von Küstenorten auf höher gelegene Wege.

Zarautz bietet am Ende einen eindrucksvollen Blick auf die lange Bucht.

Doch bevor man dort ankommt, haben die Beine bereits einiges gearbeitet.

3. Zarautz – Deba

Der Abschnitt nach Deba gehört zu den Etappen, an die sich viele Pilger später erinnern.

Getaria, Zumaia und die baskische Küste bieten fantastische Landschaften, aber das Gelände bleibt wellig.

Besonders nach mehreren Tagen hintereinander können die vielen kleineren Steigungen anstrengender werden als ein einzelner großer Pass.

Das ist eine typische Besonderheit des Camino del Norte.

Es sind nicht immer extreme Berge.

Es ist die Summe der vielen Auf- und Abstiege.

4. Deba – Markina-Xemein

Diese Etappe wird häufig als einer der schwierigeren Abschnitte im Baskenland empfunden.

Nach Deba verlässt der Camino die unmittelbare Küste und führt stärker ins Landesinnere.

Wälder, ländliche Wege und längere Anstiege prägen den Tag.

Der Abschnitt wirkt ruhiger und abgelegener als die vorherigen Küstenetappen.

Gerade bei Regen kann der Untergrund zusätzlich Kraft kosten.

Dieser Teil zeigt sehr deutlich, warum der Camino del Norte nicht mit einem einfachen Küstenspaziergang verwechselt werden sollte.

5. Markina-Xemein – Gernika

Auch zwischen Markina und Gernika bleibt das Profil anspruchsvoll.

Die Route führt durch das grüne Innere Bizkaias und verbindet kleinere Orte, Wälder und ländliche Landschaften.

Dieser Abschnitt gehört zu jener Zone, die offiziell als besonders rau und bergig beschrieben wird.

Wer bereits mehrere Tage unterwegs ist, merkt hier oft zum ersten Mal richtig, wie wichtig Erholung und gutes Etappenmanagement sind.

6. Gernika – Bilbao

Die Annäherung an Bilbao ist länger und körperlich fordernder, als manche Pilger erwarten.

Nach den ruhigen Landschaften des Baskenlandes verändert sich der Charakter des Camino zunehmend.

Es gibt weiterhin Höhenmeter, bevor man schließlich in den urbaneren Raum rund um Bilbao gelangt.

Der Kontrast ist groß: morgens Wald und ländliche Wege, später eine der größten Städte Nordspaniens.

Gerade dieser Wechsel macht die Etappe interessant, aber auch lang.

Kantabrien wird deutlich sanfter

Nach dem anspruchsvollen Baskenland verändert sich der Camino.

In Kantabrien sind viele Abschnitte deutlich leichter zu gehen.

Der Camino folgt hier häufiger Straßen, Wegen und Küstenlandschaften mit weniger extremem Profil.

Orte wie Castro Urdiales, Laredo, Santander, Santillana del Mar, Comillas und San Vicente de la Barquera machen diesen Teil besonders abwechslungsreich.

Das bedeutet nicht, dass alle Etappen einfach sind.

Lange Distanzen, Asphalt und schlechtes Wetter können weiterhin anstrengend werden.

Aber insgesamt empfinden viele Pilger Kantabrien körperlich als weniger hart als den baskischen Beginn.

Asturien: viele kleine Höhenmeter

In Asturien kehrt das ständige Auf und Ab zurück.

Der Camino verläuft weiterhin nahe der Küste, aber das Gelände ist häufig unruhig.

Kleine Flüsse, Küstenhügel und Täler sorgen dafür, dass sich Höhenmeter summieren.

Das Problem ist hier oft weniger eine einzelne sehr schwere Etappe als die Belastung über mehrere Tage hinweg.

Nach zwei oder drei Wochen auf dem Camino können genau diese ständigen kleinen Anstiege spürbar werden.

Ribadeo – Lourenzá

Mit dem Eintritt nach Galicien verändert sich der Camino erneut.

Die Etappe von Ribadeo nach Lourenzá beträgt ungefähr 28 Kilometer und wird als mittelschwer eingestuft.

Nach der Küste führt der Weg zunehmend ins Landesinnere.

Wer bis hierher bereits viele hundert Kilometer gegangen ist, merkt vor allem die Länge des Tages.

Auch wenn die Landschaft ruhiger wird, bleiben die Beine gefordert.

Lourenzá – Abadín

Auch dieser Abschnitt gehört zu den Etappen, die man nicht unterschätzen sollte.

Die Distanz liegt bei ungefähr 25 Kilometern.

Der Weg führt über Mondoñedo und anschließend wieder hinauf in Richtung Abadín.

Gerade der Anstieg nach Mondoñedo kann nach mehreren Wochen auf dem Camino anspruchsvoll wirken.

Das Profil bleibt zwar weit entfernt von hochalpinem Gelände, verlangt aber weiterhin Ausdauer.

Miraz – Sobrado dos Monxes

Einer der anspruchsvolleren Abschnitte im galicischen Teil ist die Strecke in Richtung Sobrado dos Monxes.

Je nach Etappeneinteilung wird dieser Bereich als deutlich fordernder eingestuft.

Lange ländliche Passagen, wenig große Orte und ein hügeliges Profil prägen diesen Teil.

Dafür wartet am Ende mit dem Kloster von Sobrado dos Monxes einer der beeindruckendsten Orte des Camino del Norte.

Nicht nur Kilometer entscheiden

Die Schwierigkeit einer Etappe hängt nicht allein von ihrer Länge ab.

Auf dem Camino del Norte spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle:

Höhenmeter.

Regen.

Wind.

Nasse oder schlammige Wege.

Asphalt.

Rucksackgewicht.

Und vor allem die Müdigkeit nach vielen Tagen hintereinander.

Eine Etappe von 22 Kilometern im Baskenland kann sich deutlich härter anfühlen als 30 Kilometer auf einem flacheren Abschnitt.

Das Wetter macht einen großen Unterschied

Der Norden Spaniens ist grün, weil es regelmäßig regnet.

Das ist Teil seines Reizes.

Aber genau deshalb verändert sich der Schwierigkeitsgrad des Camino del Norte sehr schnell.

Ein trockener Waldweg kann angenehm sein.

Nach mehreren Stunden Regen kann derselbe Weg rutschig, schwer und langsam werden.

Auch Wind an offenen Küstenabschnitten kann den Tagesrhythmus deutlich beeinflussen.

Deshalb sollte man Etappen nicht nur nach Kilometern planen.

Der Wetterbericht gehört jeden Morgen dazu.

Der größte Fehler: zu lange Etappen am Anfang

Viele Pilger machen zu Beginn denselben Fehler.

Sie schauen auf die Kilometerzahl und denken, dass 25 oder 30 Kilometer problemlos machbar sind.

Auf dem Camino del Norte ist das besonders riskant.

Die ersten Tage im Baskenland sind körperlich anspruchsvoll und kommen genau dann, wenn sich der Körper noch nicht an das tägliche Gehen gewöhnt hat.

Wer dort bereits zu viel Kraft verbraucht, riskiert Blasen, Knieprobleme oder Überlastung.

Die bessere Strategie ist einfach:

Die ersten Tage kürzer planen und später steigern.

Für wen ist der Camino del Norte geeignet?

Der Camino del Norte ist ideal für Pilger, die Natur, Küste und abwechslungsreiche Landschaften suchen.

Er ist besonders attraktiv für Menschen, die lieber etwas ruhiger unterwegs sind als auf den meistbesuchten Abschnitten des Camino Francés.

Aber eine gewisse Grundkondition ist hilfreich.

Man muss kein Bergsteiger sein.

Man sollte jedoch darauf vorbereitet sein, regelmäßig auf- und abzusteigen und auch bei schlechtem Wetter mehrere Stunden zu gehen.

Schwierig – aber genau deshalb unvergesslich

Der Camino del Norte verlangt mehr Aufmerksamkeit bei der Planung.

Dafür bietet er etwas Besonderes.

Atlantikküste.

Grüne Berge.

Fischerdörfer.

Große Städte.

Wälder.

Strände.

Und immer wieder spektakuläre Ausblicke aufs Meer.

Seine härtesten Etappen sind nicht unbedingt ein Grund, ihn zu vermeiden.

Für viele Pilger sind genau sie später diejenigen, an die sie sich am stärksten erinnern.

Denn auf dem Camino gilt oft:

Die Etappe, über die man am Abend am meisten schimpft, ist einige Jahre später die Geschichte, die man am liebsten erzählt.


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Ernesto Díaz

Director y locutor de Radio TV Camino de Santiago, con más de 25 años de experiencia personal y profesional en la ruta jacobea, y como profesional del sector de la Restauración. Propietario y hospitalero gerente del Albergue de peregrinos de donativo «La Casa de las Sonrisas» en Grañón (La Rioja) desde 2012.

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