Rund 70 Hospitaleros aus Galizien und Portugal versammelten sich in Pontevedra zum 25. Internationalen Treffen der Hospitaleros des portugiesischen Weges, einem Treffen, bei dem die Gastfreundschaft, das schnelle Wachstum des Camino Portugués und die Herausforderungen im Mittelpunkt standen, die vor Xacobeo 2027 stehen.
Der Portugiesische Weg erlebt gerade eine seiner stärksten Wachstumsphasen, doch diejenigen, die täglich Pilger willkommen heißen, stellen eine wichtige Frage:
Wie kann der Camino weiter wachsen, ohne das zu verlieren, was ihn besonders macht?
Diese Frage stand im Mittelpunkt 25. Internationales Treffen der Hospitaleros des portugiesischen Jakobsweges, abgehalten im Pazo de Mugartegui in Pontevedra.
Rund 70 Hospitaleros aus verschiedenen Orten entlang der Strecke zwischen Lissabon und Santiago nahmen an einem Tag voller Diskussionen, Erfahrungsaustausch, Humor und Reflexion über die Zukunft des Jakobsweges teil.
Gastfreundschaft im Mittelpunkt der Debatte
Im Mittelpunkt des Treffens stand etwas, das sich nicht nur in Kilometern oder Pilgerzahlen messen lässt.
Gastfreundschaft.
Für Hospitaleros beginnt der Camino jeden Abend von neuem, wenn ein Pilger müde, nass, besorgt oder einfach nur ein Gespräch braucht.
Das Öffnen einer Tür, das Bereiten eines Bettes, das gemeinsame Abendessen oder ein Lächeln können zu den unvergesslichsten Teilen einer Pilgerreise werden.
Dieser Geist steht seit 25 Jahren im Mittelpunkt dieser Jahrestagung.
Der portugiesische Weg boomt
Das Treffen fand zu einem besonders wichtigen Zeitpunkt für den Camino Portugués statt.
Seine Beliebtheit hat in den letzten Jahren stark zugenommen, was auf die gute Erreichbarkeit, die gute Verkehrsanbindung und die wachsende Zahl internationaler Pilger zurückzuführen ist, die über Portugal anreisen.
Die Route von Porto aus ist besonders attraktiv für Wanderer geworden, die einen kürzeren Weg zurücklegen und dennoch mehrere Pilgertage vor Santiago erreichen möchten.
Aber Wachstum bringt auch Druck mit sich.
Mehr Pilger bedeuten eine höhere Nachfrage nach Unterkünften, Dienstleistungen und Infrastruktur.
Und deshalb bestanden die Organisatoren darauf, dass das Wachstum sorgfältig gesteuert werden muss.
„Wachsen, ohne das Wesentliche zu verlieren“
Eine der klarsten Botschaften des Treffens war, dass der Camino weiter wachsen sollte, aber nicht um jeden Preis.
Da Xacobeo 2027 immer näher rückt und sich die Gesamtzahl der Pilger wieder einer halben Million nähert, liegt der Schwerpunkt zunehmend auf Nachhaltigkeit, Authentizität und der Qualität des Erlebnisses.
Hospitaleros wurden als einer der wichtigsten Hüter dieses Geistes beschrieben.
Viele von ihnen engagieren sich unentgeltlich ehrenamtlich und führen eine jahrhundertealte Tradition fort, Fremde willkommen zu heißen, einfach weil sie Pilger sind.
Die berühmte „Schurken“-Debatte
Einer der lebhaftesten Momente des Tages war eine Diskussion über Menschen, die versuchen, Abkürzungen zu nehmen.
Das Thema war kaum neu.
Auf mittelalterlichen Pilgerwegen gab es bereits Geschichten über „Pícaros“, also Betrüger.
Heutzutage kann das Problem unterschiedliche Formen annehmen: Menschen, die Teile der Strecke mit Bus oder Auto zurücklegen, Abschnitte auslassen, Stempel sammeln oder Pilgerunterkünfte reservieren, während sie so wenig wie möglich zu Fuß gehen.
Die Debatte warf eine alte Frage in einem modernen Kontext auf:
Was macht jemanden eigentlich zum Pilger?
Die Schlussfolgerung eines Teilnehmers war einfach.
Wer betrügt, täuscht die Hospitaleros nicht wirklich.
Sie betrügen sich selbst.
Gastfreundschaft ist mehr als Unterkunft
Xosé Fernández Lago, Kanoniker und ehemaliger Dekan der Kathedrale von Santiago, hielt den Eröffnungsvortrag und stellte die Gastfreundschaft in eine viel umfassendere historische Perspektive.
Er erinnerte daran, wie mittelalterliche Pilgerwege ein Netzwerk von Krankenhäusern und Zufluchtsorten für Reisende entwickelten.
Gastfreundschaft, so argumentierte er, dürfe nicht auf die bloße Bereitstellung eines Bettes reduziert werden.
Es geht darum, jemanden willkommen zu heißen.
Diese Unterscheidung ist in einer Zeit, in der der Camino auch zu einem wichtigen Tourismusprodukt wird, wichtiger denn je.
Schutz der spirituellen Dimension
Das Wachstum des Camino Portugués hat auch eine breitere Debatte über die spirituelle Identität der Pilgerfahrt wiederbelebt.
Der Camino kann kulturell sein.
Es kann sozial sein.
Es kann körperlich sein.
Es kann touristisch sein.
Die Organisatoren betonten aber auch, dass die christlichen und spirituellen Ursprünge nicht einfach unter der Last des Tourismus verschwinden sollten.
Diese Spannung wird wahrscheinlich noch deutlicher sichtbar, da Xacobeo 2027 einen weiteren Besucheranstieg mit sich bringt.
Pontevedra und der portugiesische Weg
Pontevedra hat sich zu einer der wichtigsten Städte auf dem Camino Portugués entwickelt.
Seine Lage, das historische Zentrum und die lange Verbundenheit mit der Route machen es zu einem natürlichen Treffpunkt für diejenigen, die an seiner Zukunft arbeiten.
Die Stadt ist seit Jahren auch eng mit der Arbeit von Tino Lores verbunden, einer der bekanntesten Persönlichkeiten des portugiesischen Weges.
Während des Treffens scherzte der Bürgermeister, dass, wenn Santiago den Codex Calixtinus habe, Pontevedra einen „Códice Celestino“ haben sollte, und bezog sich dabei scherzhaft auf Lores und seine tiefe Kenntnis der Route.
Dieser humorvolle Moment spiegelte den Ton eines Treffens wider, bei dem es um ernste Anliegen ging, das aber keineswegs übermäßig formell war.
25 Jahre gemeinsame Erfahrung
Die Veranstaltung blieb nicht bei Reden.
Hospitaleros aus verschiedenen Herbergen tauschten ihre eigenen Erfahrungen aus, diskutierten Probleme und verglichen, wie sich der Camino in verschiedenen Teilen Portugals und Galiziens verändert.
Das Programm umfasste auch eine Bootsfahrt durch die Pontevedra-Mündung und ein Abendessen an Bord, was den sozialen Aspekt einer Veranstaltung, die sich um die Gemeinschaft dreht, verstärkte.
Nach 25 Jahren ist das Treffen mehr als nur ein professionelles Treffen geworden.
Es ist auch ein Treffen von Menschen, die die gleiche Verantwortung teilen.
Um die Türen offen zu halten.
Der Camino beginnt immer noch mit einer Begrüßung
Die Zahl der Pilger ist wichtig.
Infrastruktur ist wichtig.
Werbung ist wichtig.
Aber dieses Treffen bot eine nützliche Erinnerung.
Für viele Pilger ist eine der wichtigsten Erinnerungen an den Jakobsweg weder ein Denkmal noch eine Statistik.
Es ist der Moment, in dem sie am Ende eines schwierigen Tages willkommen geheißen werden.
Ein Lächeln.
Ein Bett.
Ein gemeinsames Essen.
Ein Gespräch.
Deshalb war die wichtigste Botschaft in Pontevedra trotz des Wachstums des Portugiesischen Weges und des Beginns eines weiteren Heiligen Jahres bemerkenswert einfach:
Der Camino beginnt immer noch, wenn jemand eine Tür öffnet und sagt: Komm rein.















